DSC00264_bearbeitet

Was verstehen wir unter „Nachhaltigkeit“?

Was bedeutet „Nachhaltigkeit?

Als nachhaltig werden Strukturen und Entwicklungen bezeichnet, die die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllen, ohne zu gefährden, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen können[1]. Nachhaltigkeit umfasst dabei die drei Bereiche: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Diese sollen im Gleichgewicht stehen, das heisst, sie dürfen weder voneinander getrennt noch gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen stets gemeinsam betrachtet werden[2].

Mit der Methode RISE (Response-Inducing Sustainability Evaluation) wurde Nachhaltigkeit konkret auf landwirtschaftliche Betriebe bezogen und konkretisiert: So wurden die folgenden 10 relevanten Themen und 48 Indikatoren identifiziert.

Nachhaltigkeitsthemen (Indikatoren)

Der Verein nutzt folgende Nachhaltigkeitsindikatoren:

  1. Bodennutzung (Bodenmanagement | Produktivität Pflanzenproduktion | Humus | Bodenreaktion | Bodenerosion | Bodenverdichtung)
  2. Tierhaltung (Management der Tierproduktion | Produktivität der Tierproduktion | Möglichkeit zu artgerechtem Verhalten | Lebensbedingungen | Tiergesundheit)
  3. Betriebsmittel & Umweltschutz (Materialflüsse | Düngung | Pflanzenschutz | Luftbelastung | Boden- und Gewässerbelastung)
  4. Wassernutzung (Wassermanagement | Wasserversorgung | Wassernutzungsintensität | Bewässerung)
  5. Energie & Klima (Energiemanagement | Energieintensität der Agrarproduktion | Treibhausgasbilanz)
  6. Biodiversität (Biodiversitätsmanagement | ökologische Infrastrukturen | Verteilung ökologischer Infrastrukturen | Intensität der landwirtschaftlichen Produktion | Vielfalt der landwirtschaftlichen Produktion)
  7. Arbeitsbedingungen (Personalmanagement | Arbeitszeiten | Arbeitssicherheit | Lohn- und Einkommensniveau)
  8. Lebensqualität (Beruf & Ausbildung | finanzielle Situation | soziale Beziehungen | persönliche Freiheit & Werte | Gesundheit | weitere Lebensbereiche)
  9. Wirtschaftlichkeit (Liquidität | Stabilität | Rentabilität | Verschuldung | Existenzsicherung)
  10. Betriebsführung (Ziele, Strategie und Umsetzung | Informationsverfügbarkeit | Risikomanagement | tragfähige Beziehungen)

[1] WCED, „Our Common Future“, 1987, 3.1, https://www.are.admin.ch/dam/de/sd-web/oUREniCte9uh/our_common_futurebrundtlandreport1987.pdf.

[2] Beispielsweise in SRU, „Umweltgutachten 1994 – für eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung“, 1994, https://dserver.bundestag.de/btd/12/069/1206995.pdf.

Welche Nachhaltigkeitskriterien nutzt der Verein zur Projektbeurteilung?

Unser Verein hat sich der Unterstützung ausschliesslich nachhaltiger Innovationsprojekte verschrieben. Zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Projekten gelten folgende Kriterien:


1) Das Innovationsprojekt soll an sich nachhaltig sein.

Dieses Kriterium hat den Zweck, dass auch die Innovationsentwicklung an sich ethische bzw. Nachhaltigkeitsstandards einhalten soll. Konkret bedeutet dies, dass das Projekt weder offensichtlich noch absichtlich einen oder mehrere der Nachhaltigkeitsindikatoren von RISE missachten/verschlechtern darf. Teilweise ausgenommen davon ist die Rentabilität des Projektes, insofern diese während der Projektdauer nicht zwingend positiv sein muss, wobei die Durchführung des Projektes die fristgerechte Zahlungsfähigkeit nicht beeinträchtigen und die wirtschaftliche Substanz (Kerntätigkeit und/oder Vermögenswerte) nicht in erheblichen Teilen reduzieren darf.


2) Die entwickelte Innovation trägt zur Nachhaltigkeit bei.

Das Projekt muss zum Zweck und Ziel haben, eine Innovation in der Land- und Ernährungswirtschaft hervorzubringen, die in mindestens einem der Indikatoren des RISE-Modells eine Verbesserung bewirkt. Der Verein ist offen gegenüber Themen und Indikatoren, die derzeit im RISE-Modell nicht enthalten sind, deren Relevanz in Bezug auf Nachhaltigkeit plausibel begründet werden kann oder bereits mit wissenschaftlicher Evidenz belegt wurde.