DSC00264_bearbeitet

Bewerbung für ein Innovationsprojekt

Der Verein „Innovation für nachhaltige Landwirtschaft“ unterstützt landwirtschaftliche Unternehmen dabei, nachhaltige Innovationen zu entwickeln. Wir unterstützen Innovationsprojekte, deren Erfahrungen und Erkenntnisse wir dann im Markt teilen.

Du hast eine eine konkrete Idee, wie ein Betriebsprozess, die Organisation deines Betriebs, ein Marketingansatz oder ein Produkt beziehungsweise eine Dienstleistung die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft über dein Unternehmen hinaus verbessern kann.

Du möchtest diese Idee erproben und benötigst dabei Unterstützung in der Beschaffung finanzieller Mittel für deinen Entwicklungs-, Ausprobier- (Prototypen) und Forschungsprozess.

Du bist daran interessiert, dass deine Erkenntnisse schliesslich sichtbar werden und die Branche insgesamt von deiner Erfahrungen profitiert?

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Verein?

Welche Voraussetzungen gibt es in der Zusammenarbeit?

Was ist eine Innovation?

Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit klären

Welche Voraussetzungen bestehen, damit ich ein Projekt einreichen kann?

Grundsätzlich unterstützt der Verein Innovationen, die als Innovationsprojekte definiert und vereinbart werden.

Was ist eine Innovation?

Der Begriff Innovation wird häufig auf technische Neuerungen beschränkt.
Der Verein Innovation für nachhaltige Landwirtschaft verwendet jedoch ein breiteres Verständnis.

Als Innovation gilt jede erfolgreiche Einführung einer Idee oder Erfindung, die erfolgreich in der Praxis, im Markt oder in der Gesellschaft umgesetzt wird und ein konkretes Problem löst[1]. Eine Innovation kann dabei neu für einen bestimmten Markt oder weltweit neu sein[2]. Zudem kann eine Innovation entweder aus einer einzigen Änderung oder mehreren kleinen, schrittweisen Anpassungen bestehen[3].

Grundsätzlich werden vier Arten von Innovationen unterschieden[4]:

  • Produktinnovationen: neuartige oder verbesserte und vermarktungsfähige Produkte oder Dienstleistungen
  • Prozessinnovationen: Neuerungen oder Verbesserungen in Produktions- oder Vertriebsmethoden
  • Marketinginnovationen: neue Marketingmethoden
  • Organisatorische Innovationen: neue Praktiken und Organisationsformen

Schliesslich können Innovationen zudem unterschiedlich entstehen. Bottom-up-Innovationen gehen von einzelnen Personen oder Betrieben aus. Top-down-Innovationen entstehen meist in institutionellen Projekten[5].

Welche Arten von Innovationen unterstützt der Verein?

Der Verein unterstützt Innovationsprojekte aller genannten Arten: Produktinnovationen, Prozessinnovationen, Marketinginnovationen und organisatorische Innovationen.

Auch Innovationen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, können berücksichtigt werden.

Unterstützt werden Innovationen, die neu für einen Markt (z. B. den Schweizer Markt) oder neu für die Welt sind. Innovationen, die lediglich neu für einen einzelnen Betrieb sind, werden nicht unterstützt. Der Fokus des Vereins liegt auf Bottom-up-Innovationen in landwirtschaftlichen Betrieben sowie auf Innovationstransferprojekten, bei denen bestehende Ansätze erstmals in der Praxis umgesetzt werden.

Ein zentrales Kriterium für die Projektunterstützung ist die Nachhaltigkeit der Innovation und ihr Beitrag zu einer nachhaltigeren Land- und Ernährungswirtschaft.
Die vom Verein verwendete Definition von Nachhaltigkeit findest du hier.

 

[1] BLW, Forschungskonzept Land- und Ernährungswirtschaft 2017–2020 (BLW, 2016), 68, https://www.ressortforschung.admin.ch/dam/rsf/de/dokumente/dokumentation/publikationen/forschungskonzepte-2017-2020/04-forschungskonzept-land-und-ernaehrungswirtschaft-2017-2020-d.pdf.download.pdf/04_Forschungskonzept_Land_und_Ernaehrungswirtschaft_2017-2020_d.pdf.

[2] OECD und Eurostat, Oslo Manual: Guidelines for Collecting and Interpreting Innovation Data, 3. Aufl., The Measurement of Scientific and Technological Activities (OECD Publishing, 2005), 46, https://doi.org/10.1787/9789264013100-en.

[3] OECD, Agricultural Innovation Systems: A Framework for Analysing the Role of the Government (OECD Publishing, 2013), 12, https://doi.org/10.1787/9789264200593-en.

[4] OECD, Agricultural Innovation Systems, 12; zitiert in: Michael Hartmann, Ein Mittel zum Zweck – die Rolle von Innovationen und ihre Bedeutung für die Land- und Ernährungswirtschaft der Schweiz (Bundesamt für Landwirtschaft BLW – Fachbereich Internationales, Nachhaltige Entwicklung, Ernährungssysteme, 2017), 18, https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=agr-004%3A2017%3A0%3A%3A21.

[5] Gerard H. Gaynor, „Innovation: top down or bottom up“, IEEE Engineering Management Review 41, Nr. 3 (2013): 5–6, https://doi.org/10.1109/EMR.2013.2274676.

Was bedeutet „Nachhaltigkeit?

Als nachhaltig werden Strukturen und Entwicklungen bezeichnet, die die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllen, ohne zu gefährden, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen können[1]. Nachhaltigkeit umfasst dabei die drei Bereiche: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Diese sollen im Gleichgewicht stehen, das heisst, sie dürfen weder voneinander getrennt noch gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen stets gemeinsam betrachtet werden[2].

Mit der Methode RISE (Response-Inducing Sustainability Evaluation) wurde Nachhaltigkeit konkret auf landwirtschaftliche Betriebe bezogen und konkretisiert: So wurden die folgenden 10 relevanten Themen und 48 Indikatoren identifiziert.

Nachhaltigkeitsthemen (Indikatoren)

Der Verein nutzt folgende Nachhaltigkeitsindikatoren:

  1. Bodennutzung (Bodenmanagement | Produktivität Pflanzenproduktion | Humus | Bodenreaktion | Bodenerosion | Bodenverdichtung)
  2. Tierhaltung (Management der Tierproduktion | Produktivität der Tierproduktion | Möglichkeit zu artgerechtem Verhalten | Lebensbedingungen | Tiergesundheit)
  3. Betriebsmittel & Umweltschutz (Materialflüsse | Düngung | Pflanzenschutz | Luftbelastung | Boden- und Gewässerbelastung)
  4. Wassernutzung (Wassermanagement | Wasserversorgung | Wassernutzungsintensität | Bewässerung)
  5. Energie & Klima (Energiemanagement | Energieintensität der Agrarproduktion | Treibhausgasbilanz)
  6. Biodiversität (Biodiversitätsmanagement | ökologische Infrastrukturen | Verteilung ökologischer Infrastrukturen | Intensität der landwirtschaftlichen Produktion | Vielfalt der landwirtschaftlichen Produktion)
  7. Arbeitsbedingungen (Personalmanagement | Arbeitszeiten | Arbeitssicherheit | Lohn- und Einkommensniveau)
  8. Lebensqualität (Beruf & Ausbildung | finanzielle Situation | soziale Beziehungen | persönliche Freiheit & Werte | Gesundheit | weitere Lebensbereiche)
  9. Wirtschaftlichkeit (Liquidität | Stabilität | Rentabilität | Verschuldung | Existenzsicherung)
  10. Betriebsführung (Ziele, Strategie und Umsetzung | Informationsverfügbarkeit | Risikomanagement | tragfähige Beziehungen)

[1] WCED, „Our Common Future“, 1987, 3.1, https://www.are.admin.ch/dam/de/sd-web/oUREniCte9uh/our_common_futurebrundtlandreport1987.pdf.

[2] Beispielsweise in SRU, „Umweltgutachten 1994 – für eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung“, 1994, https://dserver.bundestag.de/btd/12/069/1206995.pdf.

Welche Nachhaltigkeitskriterien nutzt der Verein zur Projektbeurteilung?

Unser Verein hat sich der Unterstützung ausschliesslich nachhaltiger Innovationsprojekte verschrieben. Zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Projekten gelten folgende Kriterien:


1) Das Innovationsprojekt soll an sich nachhaltig sein.

Dieses Kriterium hat den Zweck, dass auch die Innovationsentwicklung an sich ethische bzw. Nachhaltigkeitsstandards einhalten soll. Konkret bedeutet dies, dass das Projekt weder offensichtlich noch absichtlich einen oder mehrere der Nachhaltigkeitsindikatoren von RISE missachten/verschlechtern darf. Teilweise ausgenommen davon ist die Rentabilität des Projektes, insofern diese während der Projektdauer nicht zwingend positiv sein muss, wobei die Durchführung des Projektes die fristgerechte Zahlungsfähigkeit nicht beeinträchtigen und die wirtschaftliche Substanz (Kerntätigkeit und/oder Vermögenswerte) nicht in erheblichen Teilen reduzieren darf.


2) Die entwickelte Innovation trägt zur Nachhaltigkeit bei.

Das Projekt muss zum Zweck und Ziel haben, eine Innovation in der Land- und Ernährungswirtschaft hervorzubringen, die in mindestens einem der Indikatoren des RISE-Modells eine Verbesserung bewirkt. Der Verein ist offen gegenüber Themen und Indikatoren, die derzeit im RISE-Modell nicht enthalten sind, deren Relevanz in Bezug auf Nachhaltigkeit plausibel begründet werden kann oder bereits mit wissenschaftlicher Evidenz belegt wurde.

Bewerbung einreichen

Jetzt bewerben um Unterstützung

Wir unterstützen landwirtschaftliche Unternehmungen dabei, nachhaltige Innovationen zu entwickeln.

Sie haben konkrete Ideen, wie Ihre Betriebsprozesse oder die Organisation Ihres Betriebs nachhaltiger werden können? Oder haben Sie eine Idee für ein innovatives Produkt oder eine neue Dienstleistung zur Förderung von Nachhaltigkeit? Sie möchten diese Ideen erproben und ihre Erfahrungen an die Branche und die Gesellschaft weitergeben?

Dann bewerben Sie sich jetzt beim Verein um Unterstützung in der Beschaffung finanzieller Mittel für Ihr Projekt.

So funktioniert die gemeinsame Umsetzung:

  • Lesen Sie sich die Definitionen von Innovation und Nachhaltigkeit sowie unsere Projektkriterien durch und beurteilen Sie, ob Ihr Projekt von uns potenziell unterstützt werden kann.
  • Sie bewerben sich als landwirtschaftliche Unternehmung (oder Forschungseinrichtung) mit ihrem Innovationsprojekt beim Verein, indem Sie das ausgefüllte Bewerbungsformular via Homepage oder Postweg
  • Ihr Innovationsprojekt wird durch den Vereinsvorstand ein erstes Mal beurteilt. Eine provisorische Zusage oder Absage wird Ihnen innert 2–3 Monaten erteilt werden.
  • Bewerten wir Ihr Innovationsprojekt als passend, treffen wir uns zu einem gemeinsamen Gespräch, um uns kennenzulernen, ein gemeinsames Verständnis vom Projekt zu entwickeln und offene Fragen zu klären.
  • Der Vereinsvorstand berät ein zweites Mal über die mögliche Projektunterstützung und fällt den definitiven Entscheid.
  • Die landwirtschaftliche Unternehmung/Forschungseinrichtung kümmert sich in Absprache mit dem Verein um die konkrete Auswahl des Investitionsobjektes (z. B. Maschinentyp bestimmen, (Occasion-)Objekt auf dem Markt finden).
  • Gemeinsam wird ein Nutzungsvertrag erarbeitet (Projektdauer, zu dokumentierende Erkenntnisse, Fristen für Dokumentationsabgaben, weitere Pflichten und Rechte der Vertragspartner).
  • Der Verein akquiriert gemeinsam mit der landwirtschaftlichen Unternehmung/Forschungseinrichtung Spenden für die Finanzierung des Investitionsobjektes. Die Unterstützung der landwirtschaftlichen Unternehmung/Forschungseinrichtung kann dabei verschiedene gemeinsam vereinbarte Teile wie Spendenanlässe, Marketingmassnahmen usw. umfassen.
  • Steht die Finanzierung, tätigt der Verein den Kauf des Investitionsobjektes.
  • Unterzeichnen des Nutzungsvertrages und Übergabe des Investitionsobjektes.
  • Während der Projektdauer stellt der Verein dem Betrieb das Investitionsobjekt zu einem jährlichen symbolischen Mietwert zur Nutzung zur Verfügung, während der Betrieb in der Nutzungszeit die vereinbarten Erkenntnisse wie im Voraus besprochen dokumentiert.
  • Die dokumentierten Erkenntnisse werden jährlich an den Verein weitergegeben. Dieser kümmert sich um das Teilen der Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit.

Es ist uns wichtig, mit einem Minimum an Paperwork auszukommen. 

Bewerbungsformular – Variante Online ausfüllen

Du kannst eine Bewerbung direkt in untenstehendem Formular eintragen.

Bewerbungsformular – Variante Runterladen

Oder du kannst das Bewerbungsformular runterladen und dann ausafüllen.

Erste Angaben einreichen

Du kannst eine erste Antwort von uns  innerhalb der nächsten 6 Wochen erwarten.